IGS-Wedel - Integrierte Gesamtschule Wedel

 

Grußwort der Schulleitung

Sehr geehrte Frau Adaimi! Sehr geehrte Frau Dr. Eisert!

Wir haben fasziniert den Darstellungen unseres Kollegen Herrn Thorsten Knorr gelauscht, der von seinen Erfahrungen aus dem Libanon und seinen Kontakten zur Deutschen Schule Jounieh erzählte. Die Aussicht, mit dieser Schule in Kontakt zu kommen, hat uns ein wenig elektrisiert. Wir sind eine „Europaschule“, die allen Kontakten zu Schulen anderer Länder sehr offen gegenüber ist. Ihr Land fällt aber auf Grund seiner kulturellen Wurzeln aus dem Rahmen unserer bisherigen Kontakte. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir es unseren Schülerinnen und Schülern ermöglichen könnten, einen Austausch mit Schülerinnen und Schülern Ihrer Schule durchzuführen und Ihr Land zu besuchen. 

Wer sind wir, die IGS Wedel?
In der kleinen, überschaubaren Stadt Wedel mit Charme, Geschichte und Sinn für Tradition, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hamburg, hat sich seit etwa 18 Jahren eine Schule eingenistet, die sich zunächst einmal nur durch ihre Struktur zu erkennen gibt, nicht mit einem großen Namen, wie Theodor Storm, Ernst Barlach, Johann Rist, Pestalozzi oder Albert Schweitzer. Diese Schule nennt sich IGS – Integrierte Gesamtschule Wedel. Das ist als Erkennungssignal auf den ersten Blick wenig spektakulär. Deswegen ein paar Erkennungshilfen zur Begrüßung auf unserer Homepage.

Zunächst einmal sind wir eine Gemeinschaft, bestehend aus ca. 760 Personen, die zusammen arbeiten.  Davon sind ca. 60 Personen Lehrkräfte. Uns sind also ca. 700 Schülerinnen und Schüler anvertraut, die eine Altersspanne von 10 bis 20 Jahren umfassen. Natürlich sind sie unterschiedlich leistungsstark, aber jeder und jede hat irgendeinen Bereich, in dem er oder sie leistungsstark ist. Diesen Bereich wollen wir entdecken und zur Geltung kommen lassen.
Was tun wir Lehrenden, um die Lernenden zu einem guten Hauptschulabschluss, zu einem guten Realschulabschluss oder zu einem guten Abitur zu führen? Wir haben die Struktur einer Integrierten Gesamtschule, weil wir ziemlich sicher sind, dass man Kinder nicht frühzeitig etikettieren darf. Weil man das Kostbarste eines Menschen, seine Intelligenz, nicht missachten darf, sollte man Schülerinnen und Schüler nicht in Lern- und Erfahrungstunnel sperren. Jeder Tag kann einen neuen Aufbruch oder Anlauf bringen. Wir kennen genug Beispiele. Er kann aber auch einen Einbruch bringen, dann brauchen Kinder eine vertraute Umgebung.
Den Aufbau mit den 4 Stufen (5/6, 7/8, 9/10, 11-13) im Einzelnen zu beschreiben, verlangt viele gedruckte Seiten. Man kann sie auch dem Schaubild auf der Homepage entnehmen.
Einige Aspekte, über die wir gebrütet und gestritten haben und über die wir brüten und streiten werden, sollen  in gebotener Kürze im Hinblick auf unsere aktuelle Praxis hervorgehoben werden: Leistung – Heterogenität – elementare Fähigkeiten - Projektarbeit – Ganztag – Modernität/neue Medien

Leistung

Der Begriff, lange Zeit in Misskredit gebracht, ist bei uns positiv besetzt. Präzise Rückmeldungen über Stärken und Schwächen geben und immer wieder Erfolg versprechende Öffnungen schaffen: Das machen wir mehrmals im Jahr, kommentierend, benotend, zertifizierend, prognostizierend, in ausführlichen Gesprächen mit Eltern. Kinder freuen sich über ihre Leistungen und wir tun das auch.

Heterogenität

Kinder sind unterschiedlich. Sie sind unterschiedlich leistungsstark, aber wiederum von Fach zu Fach anders. Mit den Unterschieden leben lernen, ist elementarer Bildungsanspruch, ja demokratischer Anspruch schlechthin. Wie können wir die unterschiedlichen Fähigkeiten methodisch und didaktisch nutzen? Da machen uns andere Länder (vor allem die Pisa-Sieger) etwas vor. Machen wir es nach. Weitgehend ist das schon der Fall, in den Jahrgängen 5 und 6 völlig, in den folgenden Jahrgängen zum großen Teil.

Elementare Fähigkeiten

Seit vielen Jahren arbeiten wir an den Fragen: Was ist für den Bildungsprozess elementar, was ist der elementare Beitrag der einzelnen Fächer für den Bildungprozess, was ist der Kern eines Faches in einer bestimmten Jahrgangsstufe, welchen Standard darf kein Schüler und keine Schülerin unterbieten, wenn er oder sie am wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben in der Gesellschaft teilhaben will?  Auch die Höchstleistung verlangt elementare Sicherheit.

Projektarbeit

Alle Schülerinnen und Schüler der IGS Wedel arbeiten mindestens 2 Stunden in der Woche an einem Projekt, in der Regel jahrgangsübergreifend. Projekte sind der Ort, an dem die Leistungsstärken zur Geltung kommen sollen. Mindestens einmal im Jahr werden die Ergebnisse einer Schul- und Stadtöffentlichkeit präsentiert. Unser Ziel ist es, dass möglichst alle Schüler die Erfahrung machen, eine Bühne zu betreten. Die Schüler bekommen jeweils am Ende des Jahres ein Zertifikat, sodass  im Laufe der Schulzeit ein Portfolio entsteht. Projektleiter sind Lehrkräfte, Schüler (in der Regel aus der Oberstufe), Übungsleiter aus Sportvereinen und Honorarkräfte.

Ganztag

Projektarbeit, soweit es nicht um Unterrichtsprojekte geht, und Ganztag hängen aufs Engste zusammen. In der Regel findet Projektarbeit am Nachmittag statt. Außerdem gibt es nachmittags klassischen Fachunterricht, besondere Lernzeiten, Freiarbeit und Ganztagsbetreuung durch eine Erzieherin und einen Sozialpädagogen. Damit sind wir eine Schule mit gebundenem Ganztagsbetrieb. Der Ganztag bietet die Möglichkeit der Selbstkultivierung, der Intensivierung und die Chance, anschlussfähig zu bleiben an die Modernisierungsprozesse der Gesellschaft. Damit sind wir beim letzten Schwerpunkt.

Modernisierung/Neue Medien

Keine und keiner darf die Schule verlassen, ohne zur Nutzung des Computers und des Internets als Kulturtechnik in der Lage zu sein. Drei Computerräume werden kompetent betreut, ein Multimediaraum entsteht im Rahmen der existierenden Schulbibliothek. Wenn man den Grad der Nutzung der Räume betrachtet und wenn man die oft verzweifelte Suche der Kollegen nach einem freien Beamer verfolgt, muss man feststellen, dass das neue Kommunikationszeitalter sich mit dem Zeitalter Gutenbergs an der IGS Wedel verbunden hat.
Mit freundlichen Grüßen

Antonius Soest (Schulleiter)                                                              Wedel, 07.01.2010

 

 

 

 
 
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